00:00:23: Herzlich willkommen in dieser neuen Podcast-Folge.
00:00:26: Es ist super schön, dass du heute wieder mit dabei bist!
00:00:30: Ich habe ja in den letzten Wochen eine kleine Podcast Reihe gestartet und wir haben in der allerersten Folge dieser Reihe über Bindungstrauma und Beziehung gesprochen – in der zweiten Folge über ADHS.
00:00:45: Und heute habe ich das Thema Depression und Beziehung für dich mitgebracht.
00:00:54: Ein typischer Satz, den ich häufig höre in der einzeltherapeutischen Praxis aber auch in der partherapeutische Praxis ist so etwas wie Ich liebe Dich Aber ich kann es gerade nicht zeigen!
00:01:15: Ich möchte nähe, aber gleichzeitig möchte ich einfach nur meine Ruhe.
00:01:21: Ich weiß nicht warum du diese Podcast-Folge hörst – ob du selbst betroffen bist oder dein Partner oder deine Partnerin betroffen ist?
00:01:29: Eine Depression kann eine Beziehung sehr stark beeinflussen und das kann für beide Seiten sehr schmerzhaft sein!
00:01:39: Depressionen bedeuten nicht einfach Traurigkeit, sie können unter anderem mit Antriebslosigkeit Interessensverlust einer großen Erschöpfung einer tiefem inneren Lehre Hoffnungslosigkeit und Schwierigkeiten mit Konzentration und dem eigenen Selbstwertgefühl verbunden sein.
00:02:01: Und natürlich wirkt sich all das auch auf unsere Partnerschaft aus!
00:02:08: oder auch auf unsere Beziehungen, die wir zu anderen Menschen führen.
00:02:12: Auf die Beziehung zu unseren Kindern, zu unseren Freundinnen vielleicht auch am Arbeitsplatz.
00:02:19: Wenn du die Person bist, die gerade von einer depressiven Episode betroffen ist kann selbst eine kleine Nachricht plötzlich wie eine ganz große Aufgabe wirken.
00:02:30: Das ist leider normal.
00:02:32: das gehört mit zur Erkrankung.
00:02:35: Ein gemeinsames Essen kann sich super anstrengend anfühlen.
00:02:39: Sexualität kann weniger wichtig werden, Berührung kann manchmal sogar überfordernd sein.
00:02:47: und auch all das gehört mit zur Erkrankung und ist nicht grundsätzlich deine Persönlichkeit.
00:02:56: Und dann gegenüber kann das vielleicht sehr leicht persönlich nehmen und vielleicht auf der anderen Seite eben das Gefühl haben Willst du mich nicht mehr oder warum willst du nichts mit mir machen?
00:03:10: Warum bist du so kalt zu mir, aber Depressionen und Ablehnungen sind nicht dasselbe.
00:03:17: Manchmal bedeutet ich kann gerade nicht – Nicht!
00:03:22: Ich will nicht sondern wirklich ich kann grade nicht Und das zu verstehen kann eine sehr große Entlastung in der Partnerschaft bringen.
00:03:32: Aber auch hier gilt eine Depression erklärt Verhalten.
00:03:38: Sie bedeutet nicht, dass alles erlaubt ist oder die Beziehung keine Grenzen mehr braucht.
00:03:44: Auch mit Depression darfst du Verantwortung übernehmen.
00:03:48: Zum Beispiel sagen Ich habe gerade sehr sehr wenig Energie und wenn ich mich zurückziehe bedeutet das Nicht automatisch Dass ich dich nicht liebe Und auch dein Gegenüber darf sagen, ich verstehe dass es dir schlecht geht und gleichzeitig brauche ich Nähe und Verlässlichkeit.
00:04:10: Und wichtig finde ich immer wieder in meiner Praxis das erstmal alles nebeneinander stehen darf und alles ausgesprochen werden darf und ihr einander beginnt wirklich zuzuhören statt zu argumentieren, statt zu diskutieren oder in irgendeiner Form zu kämpfen.
00:04:32: Erst mal geht es darum, dass beide Partnerinnen in der Partnerschaft gleichermaßen wichtig sind und gleichermaß verdient haben gehört und gesehen zu werden.
00:04:44: Und eine häufige Gefahr ist das gesamte Beziehungssystem sich nur noch um die depressive Episode oder die Depression dreht.
00:04:54: Dann wird eine Person zur Patientin und die andere Person zur Helferfigur.
00:05:03: Und genau das kann langfristig näher erschweren.
00:05:08: Genau das kann auch langfristige dafür sorgen, dass ihr euch nicht mehr wirklich auf Augenhöhe begegnet!
00:05:14: Eine Beziehung braucht weiterhin zwei Menschen – nicht zwei gleiche Belastungen aber zwei Menschen mit Bedürfnissen.
00:05:24: Deshalb kann es hilfreich sein kleine Inselden zu schaffen Vielleicht zehn Minuten zusammen auf dem Sofa einen kurzer Spaziergang, eine Umarmung wenn es sich gut anfühlt.
00:05:38: Gemeinsames Essen ohne den Anspruch dass die depressive Person plötzlich wieder normal funktionieren muss.
00:05:46: und genauso wichtig ist das Gegenüber darf sich Unterstützung außerhalb der Beziehung suchen Freundschaften, Familie eine eigene Therapie, eigene Hobbys, Aktivitäten.
00:05:58: Denn Liebe bedeutet nicht die gesamte psychische Belastung der anderen Person alleine tragen zu müssen oder zu tragen.
00:06:08: und interessant ist auch Menschen mit Depressionen können ihre Beziehung durchaus als wertvoll erleben.
00:06:15: Forschungen zeigen, dass Nahbeziehung auch während einer Depression eine wichtige Ressource sein kann.
00:06:22: Das heißt, Depression und Liebe schließen sich überhaupt nicht aus – du kannst depressiv sein und trotzdem lieben!
00:06:30: Du kannst depressif sein und eine gute Beziehungszeit haben aber die Depression braucht möglicherweise Behandlung und Unterstützung.
00:06:41: Und auch hier, das habe ich erst mal gar nicht so erwähnt, Depressionen gibt es in unterschiedlichen Ausmaßen und zeigen sich bei Menschen auch manchmal auf eine ganz unterschiedliche Art und Weise – nicht nur von dem Schweregrad her sondern hängt auch ein Stück weit davon ab wie Menschen sozialisiert sind und welche Coping-Strategien sie vielleicht manchmal erlernt haben, um das was sie fühlen vielleicht auch manchmal zu maskieren.
00:07:15: Und nach außen hin gar nicht so zu zeigen.
00:07:18: Wichtig an der Stelle ist mir wirklich nochmal zu sensibilisieren an der stelle dafür dass man menschenpsychische Erkrankung nicht ansieht Und Depressionen nicht automatisch bedeutet, dass eine Person in einem immer zu abgedunkelten Raum im Zimmer in einem Bett liegt und sich die Decke über den Kopf zieht.
00:07:39: Depression kann so viele unterschiedliche Gesichter haben und hängt von so vielen Faktoren ab Und all das bespreche ich in der Tiefe auch immer wieder mit Personen, die zu mir in die Praxis kommen online oder in meiner Praxis in Hamburg.
00:08:01: Die gerade in eine depressive Episode gerutscht sind oder schon länger darin sind und sich wünschen dort rauszukommen oder auch Menschen, die depressive Episoden von sich selber kennen und gerade so ein bisschen das Gefühl haben ah es könnte sein dass ich da bald wieder reinrutsche durch unterschiedliche Symptome und Faktoren im Außen manchmal aber auch nur im Innen.
00:08:26: Manchmal gibt es tatsächlich auch und auch dafür möchte ich gerne sensibilisieren.
00:08:33: dafür sorgen, dass Menschen in eine depressive Episode rutschen und manchmal gibt es sie auch nicht.
00:08:39: Und das heißt nicht, dass das weniger bedeutsam ist oder weniger nachvollziehbar sondern wichtiger oder genauso wichtig zumindest.
00:08:50: Du hast ganz sensibel feinfühlig mit dieser Person zu arbeiten an meiner Stelle und mit dieser Personen umzugehen vielleicht an deiner Stelle Und manchmal ist vielleicht ein wichtiger Satz.
00:09:05: Unsere Beziehung ist nicht das Problem, aber die Depression beeinflusst gerade wie wir miteinander leben.
00:09:11: und wenn du selbst betroffen bist, vielleicht magst du dich fragen was kann ich meinem Gegenüber zumuten?
00:09:18: Wo brauche ich zusätzliche Unterstützung?
00:09:22: Wenn dein Gegenüber betroffen ist kannst du dich vielleicht fragen Wie kann ich unterstützen ohne mich selbst aufzugeben?
00:09:30: Das ist oft die gesündeste Frage oder die gesundere Frage, denn du musst niemanden retten.
00:09:37: Du darfst begleiten und gleichzeitig darfst du selbst weiterleben!
00:09:41: Eine Depression kann eine Beziehung belasten aber sie muss nicht die Beziehungen definieren – es darf Phasengeben in denen weniger möglich ist und es darf wieder Phasengäben in den wieder mehr möglich.
00:09:58: Wenn du dich davon als Einzelperson oder ihr euch davon als Paar von dieser Thematik angesprochen fühlt, dann meldet euch total gerne wenn ihr einen Weg daraus finden möchtet.
00:10:11: Oder aber ein guter Umgang als Paarmiteinander so dass die Liebespürbe erhalten bleibt und ihr euch selbst nicht verliert weder in der Erkrankung noch in der Aufopferung in der Partnerschaft sondern wirklich einen gesunden, guten Weg miteinander zu finden auch wenn es diese psychische Erkrankung gibt.
00:10:36: Versucht dieser psychischen Erkrankung wirklich zu begegnen und sie nicht dafür sorgen zu lassen dass sie euch kaputt macht, euch etwas nimmt was euch eigentlich so unfassbar wichtig ist.
00:10:54: Und wenn ich euch dabei helfen kann, dann meldet euch gerne zu einem ersten Gespräch oder zu einem kostenfreien unverbindlichen Kennenlerngespräch.
00:11:01: Alle Infos findest du dazu in den Shownotes unten und ich freue mich von dir oder von euch zu hören.
00:11:07: Bis dahin!
00:11:08: Ciao.