00:00:00: Herzlich willkommen in dieser neuen Podcast-Folge.
00:00:03: So schön, dass du heute wieder mit dabei bist!
00:00:06: Mein Name ist Pia Mortimer und ich bin seit zehn Jahren Einzel- und Partherapeuten.
00:00:10: Ich arbeite in eigener Praxis in Hamburg aber auch ganz viel mit Einzelpersonen und Paaren online.
00:00:18: Mehr über mich und meine Arbeit findest Du unter www.einzel-partherapie.com oder auch über Instagram at pia unter Strich Mortima.
00:00:28: Dort kannst du mir auch immer über das Kontaktformular eine Anfrage schicken, zu einem kostenfreien Kennenlernen und abhängig davon ob du an einem Einzelcoaching oder Einzeltherapie interessiert bist oder eher als Paar kommen wollt.
00:00:43: Heute sprechen wir hier im Beziehungspodcast über ein Thema dass ich in meiner Praxis sehr häufig... Ich würde fast sagen bei fast allen Panen immer wieder erlebe und das ist ein Thema, dass häufig zu Konflikten Frustration Rückzug oder manchmal tatsächlich auch zu Trennungsgedanken führt.
00:01:05: Es geht um Mental Load und emotionale Verantwortung in Beziehungen.
00:01:12: Wie immer erzähle ich tatsächlich direkt aus meiner Praxis, aus meiner praktischen Erfahrung und gebe dir auch wie immer mindestens eine Übung mit innerhalb dieser Podcastfolge die dir weiterhelfen kann bei diesem Thema.
00:01:25: So!
00:01:25: Und jetzt würde ich sagen wir starten direkt rein.
00:01:51: Vielleicht kennst du Gedanken oder Gefühle wie Ich kann einfach nicht mehr?
00:01:57: Ich muss an alles denken.
00:01:59: Warum sehe immer nur ich was erledigt werden muss?
00:02:03: Ich wünsche mir, dass mein Partner oder meine Partnerin Verantwortung übernimmt ohne das ich ihn oder sie ständig erinnern muss.
00:02:12: Ich habe das Gefühl, ich bin die Projektleiterin unseres gesamten Lebens und vielleicht kennst du auch die andere Seite?
00:02:21: Das Gefühl von oh, ich bemühe mich doch!
00:02:23: Ich helfe doch, ich versuche doch schon alles zu sehen und mitzumachen.
00:02:29: Und warum ist er oder sie trotzdem immer unzufrieden?
00:02:32: Egal wie sehr ich mich bemühe irgendwie reicht es nie!
00:02:37: Wenn du dich in der einen oder anderen Seite wiedererkennst dann ist diese Podcastfolge genau für dich.
00:02:45: Lasst uns jetzt erstmal mit der Frage beginnen, was bedeutet mental-load eigentlich?
00:02:50: Wenn Menschen über Mental-load sprechen denken viele zuerst an Aufgaben.
00:02:55: Einkaufen, Wäsche, Termine Kinder zur Schule bringen.
00:02:59: doch mental load ist viel mehr als das.
00:03:03: Mental Load beschreibt die unsichtbare Denk und Organisationsarbeit hinter all diesen Aufgaben.
00:03:12: Es geht nicht nur darum, etwas zu tun.
00:03:16: Es geht darum daran denken zu müssen.
00:03:20: wer hat den nächsten Zahnarzttermin?
00:03:22: Wer weiß dass die Winterjacke zu klein geworden ist?
00:03:27: Wer bemerkt das die Schwiegermutter bald Geburtstag hat?
00:03:30: Wer plant Ferien?
00:03:32: Wer erinnert daran dass die Kita nächste Woche geschlossen hat?
00:03:37: diese Aufgaben erscheinen häufig klein Doch sie summieren sich und genau diese Summe kann enorm erschöpfend sein für Menschen.
00:03:52: Lass uns mal genauer hingucken bei dieser unsichtbaren Last, die Menschen an der Stelle tragen.
00:04:00: Stellen wir uns vor eine Frau sagt zu mir Wenn mein Mann die Spülmaschine ausräumt sieht er eine Aufgabe.
00:04:09: Ich sehe zwanzig Und sie meint damit, während Sie selbst die Spimmmaschine ausräumt, denkt sie gleichzeitig an.
00:04:18: Den Kindergeburtstag, die Einkaufsliste, die Klassenfahrt, den Zahnadstermin das Gespräch mit der Lehrerin... ...die Stromabrechnung und den Wocheneinkauf!
00:04:28: Ihr Kopf lief permanent auf Hochtouren.
00:04:33: Und zwar nicht weil sie das gerne wollte sondern weil sich genau dafür verantwortlich fühlt.
00:04:39: Viele Menschen beschreiben dieses Gefühl wie einen nie endenden inneren Browser mit fünfzig offenen Tabs.
00:04:53: Internationale Studien zeigen seit Jahren, dass Frauen in heterosexuellen Partnerschaften noch immer den Großteil der sogenannten kognitiven und emotionalen Familienarbeit übernehmen.
00:05:08: Dabei geht es nicht nur um praktische Aufgaben sondern auch um die Verantwortung für Beziehungen.
00:05:16: Wer merkt, wann es Spannungen gibt?
00:05:18: Wer organisiert Familientreffen?
00:05:21: Wer sorgt dafür dass Konflikte angesprochen werden?
00:05:24: Wer denkt an Geschenke?
00:05:26: Wer kümmert sich um emotionale Bedürfnisse?
00:05:30: Diese Verantwortung bleibt häufig bei einer Person hängen und genau das führt langfristig zu Überlastung.
00:05:37: Das, worüber wir dringend sprechen müssen ist den Unterschied zwischen helfen und Verantwortung übernehmen.
00:05:47: Ein Punkt sorgt in Partherapien immer und immer wieder für Konflikte bei Paren die bei mir in die Praxis in Hamburg kommen oder online mit mir arbeiten.
00:05:59: Viele Partnerinnen sagen dann sag mir doch einfach was ich machen soll Und es klingt zunächst total kooperativ, doch oft steckt darin ein Problem.
00:06:11: Denn die Verantwortung bleibt bei der Person, die delegieren muss!
00:06:17: Wenn ich sagen muss was erledigt werden muss?
00:06:21: Wann ist er lediget werden muss wie es erledicht werden muss Dann trägt eine Person weiterhin die mentale Verantwortung.
00:06:30: Eine Klientin von mir formulierte es mal so oder so ähnlich relativ treffend auf den Punkt, finde ich.
00:06:37: Sie sagte so etwas Ähnliches wie Ich brauche keinen Assistenten!
00:06:41: Ich brauch einen Mitverantwortlichen.
00:06:45: Und genau dieser Satz berührt sehr viele Menschen die das eben von sich kennen und dieses Ungleichgewicht in der Beziehung kennen.
00:06:53: Hier geht es um emotionale Verantwortung.
00:06:57: Neben Mental Load gibt es noch etwas anderes, das oft übersehen wird – die emotionale Verantwortung.
00:07:04: Viele Menschen übernehmen in Beziehung unbewusst die Aufgabe für das emotionale Klima innerhalb der Beziehungen oder Familie zuständig zu sein.
00:07:15: Diese Menschen achten dann besonders darauf, dass niemand verletzt wird und Konflikte gelöst werden.
00:07:21: Das Harmonie entsteht, dass alle möglichst zufrieden sind!
00:07:26: Und oft sind das Menschen, die schon sehr, sehr früh meistens schon in ihrer Kindheit gelernt haben.
00:07:32: Ich muss mich kümmern!
00:07:34: Ich muss aufpassen – ich muss die Bedürfnisse anderer wahrnehmen.
00:07:38: Lass uns mal einen kurzen Moment da bleiben und darüber sprechen woher dieses Muster häufig kommt.
00:07:45: In meiner Praxis begegnen mir immer wieder Menschen, waren die Eltern sehr überfordert.
00:07:56: Vielleicht gab es Konflikte, vielleicht war ein oder beide Elternteile emotional- oder physisch nicht verfügbar und das Kind lernt dann ich muss mich anpassen, ich muss helfen.
00:08:10: Ich darf auf gar keinen Fall Belastung sein Und diese Fähigkeit, die das Kind erstmal entwickelt erst mal dieses eine Fähigkeit wird später oder dann eben in der Kindheit auch oft als Stärke wahrgenommen.
00:08:24: Und tatsächlich ist es auch eine Stärke!
00:08:28: Diese Menschen sind häufig total empathisch, total aufmerksam, verantwortungsvoll und zuverlässig.
00:08:35: Doch – und jetzt kommt das Wichtige – Der Preis dafür kann hoch sein.
00:08:41: Auch wenn es erst mal als Stärke wahrgenommen wird Denn diese Menschen verlieren sehr häufig den Kontakt zu ihren eigenen Bedürfnissen.
00:08:55: Hier noch ein fiktives Beispiel aus der Praxis, was so ähnlich fast täglich in meiner Praxis passiert.
00:09:05: Wir nennen eine Klientin die zu mir in die Praxis kommt Fektiv mal Julia und Julia kam in die Therapie mit dem Gefühl völliger Überschöpfung.
00:09:14: Julia arbeitet, Julia kümmert sich um die Kinder.
00:09:17: Julia organisiert den Familienalltag, plant Urlaube, kümmt sich auch um die Beziehung und sie war diejenige, die Konflikteansprache.
00:09:26: Und als ich fragte wer kümmerte sich eigentlich um Julia?
00:09:31: Da begann sie zu weinen!
00:09:34: Nicht weil die Frage unbedingt kompliziert war sondern weil ihr auffiel dass sie darauf keine Antwort hatte.
00:09:41: Viele Menschen erleben genau diesen Moment.
00:09:43: Sie merken plötzlich, ich kümmere mich immer wieder um alle aber kaum jemand kümmert sich eigentlich wirklich um mich.
00:09:52: Kaum jemand hat mich so sehr auf dem Zettel wie ich andere Menschen auf dem zettel habe und mehr und mehr merke ich, ich verliere mich irgendwie selber dabei.
00:10:04: Dann ist die nächste Frage Warum eskalieren Gespräche über das Thema Mental laut eigentlich so häufig?
00:10:11: Mental Load ist selten nur ein Organisationsproblem.
00:10:16: Es ist meist ein emotionales Thema.
00:10:19: Die erschöpfte Person fühlt sich häufig überfordert, einsam frustriert und enttäuscht Und die andere Person, die fühlt sie häufig kritisiert, schuldig als Versager oder Versagerin und fühlt häufig eine ganz große Hilflosigkeit.
00:10:37: und genau dann entsteht einen typischer Kreislauf Eine Person sagt, ich mache alles allein.
00:10:44: Die andere hört du bist nicht gut genug und darauf folgt Verteidigung.
00:10:50: Und beide fühlen sich am Ende unverstanden.
00:10:53: das ist ein sehr sehr häufiges Konfliktmuster was ich bei Paaren erlebe in der Praxis.
00:11:00: Was Paare aber wirklich brauchen Die Lösung besteht selten darin, Aufgabenlisten perfekt aufzuteilen.
00:11:09: Wichtiger ist etwas anderes – ein gemeinsames Verständnis für Verantwortung!
00:11:35: Wenn du die Person bist, die sich häufig überlastet fühlst, dann frag dich doch mal wo übernimmst du Verantwortung, die eigentlich geteilt werden könnte?
00:11:53: Wo fällt es dir schwer los zu lassen und wo glaubst du kontrollieren zu müssen.
00:12:01: Und wenn du andersherum die Person bist in der Partnerschaft, die die Rolle des anderen Partner oder Partnerin einnimmst dann frag dich doch vielleicht welche unsichtbaren Aufgaben sehe ich vielleicht nicht.
00:12:17: Worauf verlasse ich mich selbstverständlich und wo könnte ich Verantwortung übernehmen ohne gefragt zu werden?
00:12:30: Wie in fast jeder Podcastfolge habe ich auch hier eine praktische Übung für dich mitgebracht, eine kleine Reflektionsübung.
00:12:38: Zu der Ich Dich Bitten würde dir ein Blatt Papier zu nehmen.
00:12:43: Du kannst aber auch die Notiz App deines Handys aufmachen!
00:12:47: Wenn du einen Blatt papier vor dir hast dann würde ich Dich bitten zwei Spalten zu malen und in die erste Spalte zu schreiben was ich tue und in die zweite Spalte zu schreiben woran ich denke.
00:13:05: Viele Menschen sind überrascht, denn die zweite Liste ist oft deutlich länger!
00:13:14: Und diese Übung macht sichtbar wie viel unsichtbare Arbeit tatsächlich geleistet wird.
00:13:22: Diese Übung eignet sich natürlich auch wunderbar, das wirklich in deiner Partnerschaft zu machen.
00:13:28: So dass ihr beide mal so eine Liste entwerft und es wirklich einfach sichtbar wird ohne Angriff, ohne Vorwurf sondern einfach sichtlich wird woran ihr denkt und was ihr tut und das miteinander zu besprechen und auszutauschen und der anderen Person mal den eigenen Zettel zu überreichen.
00:13:52: Ja, wirklich einfach deutlich sichtbar zu machen.
00:13:55: Woran du tagtäglich denkst und was du tag- täglich so tust.
00:14:00: So... Und wenn du immer die oder derjenige bist, der die Verantwortliche oder der Verantwortliche ist?
00:14:12: Vielleicht hörst du die Folge und merkst ja das bin ich!
00:14:17: Das beschreibt mich.
00:14:18: Ich bin diejenige oder ich bin derjenig der oder die alles zusammenhält vom Gefühl her, dann möchte ich dir gerne noch was mitgeben.
00:14:29: Dein Wert hängt nicht davon ab wie viel du trägst.
00:14:33: Deine Lebenswürdigkeit hängt nie davon ab, wieviel du leistest und deine Beziehung wird nicht gesünder wenn du dich immer übernimmst.
00:14:45: Manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo du aufhörst alles alleine zu tragen.
00:14:52: Und wenn du hier aber die Person bist, die zuhört und doch'n... Stärkeres Gefühl dafür bekommen hat innerhalb dieser Podcast-Folge, wie überlastet dein Partner oder deine Partnerin vielleicht gerade ist mit all dem mental load die die andere Person vielleicht taktiklich trägt.
00:15:11: Dann versuch einmal nicht sofort nach Lösungen zu suchen sondern zunächst zuzuhören und Fragen zu stellen.
00:15:21: Frage Deine Partnerin, Dein Partner was belastet Dich am meisten?
00:15:27: Wann fühlst du dich besonders allein?
00:15:30: Und was würde dir Entlastung
00:15:32: bringen?".
00:15:33: Oft entsteht Verbindung nicht durch die perfekte Organisation, sondern dadurch dass sich jemand verstanden fühlt.
00:15:43: Ein paar abschließende Worte noch an euch beiden.
00:15:48: Mente Loth ist kein Zeichen von Schwäche.
00:15:50: er entsteht oft bei Menschen die sich sehr verantwortlich fühlen oder die sehr verantwortungsvoll sind.
00:15:58: Die Verantwortung wird problematisch, wenn sie dauerhaft einseitig wird.
00:16:02: eine gesunde Beziehung bedeutet nicht dass beide immer exakt viel leisten.
00:16:07: Ich glaube das ist ein utopisches Ziel Ein utopischer Wunsch.
00:16:11: Es geht nicht darum Dass beide immer Exakt viel Oder gleich leisten Aber es bedeutet Das beide Verantwortung für das gemeinsame Leben übernehmen und zwar Nicht nur praktisch sondern auch emotional.
00:16:26: Wenn du heute etwas aus der Folge mitnimmst, dann vielleicht diesen Gedanken Du musst nicht alles allein tragen.
00:16:34: und eine liebevolle Beziehung entsteht nicht dadurch dass einer immer mehr übernimmt als der andere sondern dadurch das Verantwortung geteilt werden darf.
00:16:45: Wenn du mehr über mich und meine Arbeit wissen möchtest oder vielleicht mal ein kostenloses Kennlerngespräch mit mir führen möchtet, dann findest du alle Infos zu mir und meiner Arbeit unter meiner Website www.einzel-partherapie.com Oder über Instagram at pia Unterstrich Mortimer Passt gut auf dich auf!
00:17:06: Danke, dass du hier warst.
00:17:07: Danke, das du zugehört hast.
00:17:09: Vielleicht magst du diese Podcast-Folge positiv bewerten?
00:17:12: Mein Podcast-Positiv-Bewerten oder diese Podcastfolge auch an jemanden schicken der oder die diese Problematik von Mental Load vielleicht auch kennt und bewegt und beschäftigt.
00:17:25: Ansonsten sage ich vielen Dank, dass Du heute mit dabei warst und tschüssi bis zum nächsten Bild & Freitag.